6.12.2018 Isny. Verträge zwischen Stadt, Dornahof und Diakonischem Werk wurden am 26. November 2018 unterschrieben.

Ein guter Start für die Sozialbetreuung war die feierliche Vertragsunterzeichnung im Isnyer Rathaus am 26. November. Eingeladen zu dem Termin hatte Bürgermeister Rainer Magenreuter. Das Angebot wird betreut vom Einrichtungsverbund Dornahof mit Stammsitz in Altshausen, gemeinsam mit dem Diakonischen Werk aus Ravensburg. Vorgestellt haben sich bei dem Termin auch die beiden Sozialarbeiterinnen, deren Aufgabe sein wird, das Angebot in Isny zu etablieren.

Der Auftrag gilt zunächst für drei Jahre. Die Entscheidung hierfür traf der Gemeinderat der Stadt Isny am 25. Juni 2018 mit einem einstimmigen Beschluss. Das Konzept der beiden Träger zielt auf eine präventive Beratung für von Obdachlosigkeit bedrohte Personen sowie auf eine sozialarbeiterische Betreuung derselben.

„Isny ist seit Jahrhunderten neben anderem geprägt als Arbeiterstadt. Soziale Brennpunkte möchten wir mit der Sozialbetreuung aktiv angehen, dafür brauchen wir fachlich gut aufgestellte Partner an der Seite. Wir freuen uns sehr, dass das Angebot nun startet, nachdem die dafür vorgesehenen Stellen von Dornahof und Diakonischem Werk besetzt wurden.“ Mit diesen Worten eröffnete Bürgermeister Rainer Magenreuter die Runde, bestehend aus Vertretern der Stadt, des Einrichtungsverbunds Dornahof und des Diakonischen Werks Ravensburg, die zur Vertragsunterzeichnung im Isnyer Rathaus zusammengekommen war.

„Wenn wir mit Prävention ansetzen, lohnt sich das für die betroffenen Menschen und hilft ihnen auch im Sinne ihrer Würde. Gleichzeitig zeigen unsere Erfahrungen aus der Praxis, dass eine ordnungsrechtliche Unterbringung sieben Mal mehr kostet, als präventive Hilfe. Dem Umstand wollen wir mit einem Beratungs- und Betreuungsnetzwerk entgegentreten, so dass obdachlose Menschen wieder die Chance haben, in eine stabile Situation zu kommen.“, erläutert Dornahof Vorstand Albrecht Weil das Konzept. Dr. Friedrich Langsam, Dekan des Kirchenbezirks Ravensburg der evangelischen Landeskirche Württemberg und Vertreter des Diakonischen Werks Ravensburg ergänzt hierzu: „Obdachlosigkeit ist ein mit Scham behaftetes Thema. Deshalb ist gerade hier ein sehr sensibles Vorgehen und Handeln gefordert. Wir müssen behutsam Vertrauen zu den Klienten aufbauen und uns dafür Zeit nehmen.“

Der Dornahof bringt für die Arbeit langjährige Erfahrung und Expertise aus der Wohnungslosenhilfe mit allen Randerscheinungen wie drohender Ausgrenzung, Suchtmittelgefährdung, Überschuldung und vielem mehr mit ins Boot. Das Diakonische Werk Ravensburg ist unter anderem spezialisiert auf dem Feld der Kinder- und Familienberatung sowie der Flüchtlingsbetreuung. Geplant ist, diese Kompetenzfelder so zu vernetzen, dass ein sinnvolles Fallmanagement möglich wird, welches die persönlichen Problemlagen betroffener Menschen so umfassend wie möglich erfasst und darauf eingehen kann.

Wiebke Mosberg-Hauptkorn vom Einrichtungsverbund Dornahof und Kerstin Hambacher vom Diakonischen Werk teilen sich die Aufgabe der Sozialbetreuung. Sie werden am 2. Januar 2019 in einem Büro im ehemaligen Isnyer Krankenhaus Quartier beziehen. Geplant ist, dass sie Sprechstunden anbieten und gleichzeitig auch Klienten besuchen, um diese zu beraten. Ziel ist, mit differenzierten Angeboten einen Weg aus der (drohenden) Obdachlosigkeit anzubieten. Dabei setzen alle Beteiligten auf eine gute Vernetzung untereinander gemeinsam mit den Verantwortlichen der Stadt Isny.