31.7.2015 Landkreis Unterallgäu. „Ein sehr großes Energie-Einsparpotenzial im Unterallgäu liegt in der Sanierung bestehender Gebäude“, sagt Andrea Ruprecht, Klimaschutzmanagerin am Landratsamt Unterallgäu.

Denn laut Untersuchungen entfallen im Landkreis etwa 26 Prozent des gesamten Endenergieverbrauchs auf private Haushalte. Neben Strom spielt vor allem der gesamte Wärmebereich eine große Rolle. Doch, wie die Erfahrung zeigt, nehmen die Bürger die Energieberatungen in den Rathäusern immer seltener in Anspruch – obwohl Hauseigentümer dadurch bares Geld sparen könnten.

Im Landkreis Landsberg ist die Situation ähnlich. Deshalb haben sich nun die Klimaschutzmanagerinnen beider Landkreise entschlossen, ein gemeinsames Projekt zu starten – die Energiekarawane. Die Idee: Das Prinzip der abholenden Energieberatung soll umgekehrt werden und die Energieberater sollen nun zu den Bürgern kommen – dorthin, wo sie gebraucht werden, nämlich in Viertel mit besonders hohem Altbaubestand. Das Projekt haben die beiden Klimaschutzmanagerinnen kürzlich Bürgermeistern, kommunalen Vertretern und Energieteammitgliedern aus beiden Landkreisen vorgestellt.

„Das Projekt ist ein Service der Gemeinde für ihre Bürger. Für die Hauseigentümer ist die Beratung kostenfrei“, erklärt Ruprecht. Die Gemeinden suchen die passenden Quartiere aus und beauftragen die Energieberater. Der jeweilige Landkreis stellt den teilnehmenden Gemeinden das gesamte Projektmaterial kostenfrei zur Verfügung und unterstützt auch logistisch. Bei den Pilotgemeinden beteiligen sich die Landkreise auch finanziell.

„Die Aktion läuft nach einem vorgegebenen Schema ab und ist bereits erprobt“, betonen die Klimaschutzmanagerinnen.

86 Energiekarawanen waren bislang mit viel Erfolg in Deutschland unterwegs. „Die Beratungsquote mit bis zu 50 Prozent und die Umsetzungsquote von energetischen Sanierungsmaßnahmen mit 15 Prozent ist beeindruckend“, so Ruprecht. Erfahrungen in anderen Landkreisen haben auch gezeigt, diese Art der Energieberatung kommt bei den Bürgern gut an.

Nun hoffen die Klimaschutzmanagerinnen, dass sich bald erste Pilotgemeinden beteiligen. „So wollen wir die Menschen auf Einsparpotenziale aufmerksam machen, informieren und motivieren, sich aktiv am Klimaschutz zu beteiligen“, sagt Ruprecht.

Gemeinden, die Interesse haben, sich als Pilotkommune an dem Projekt zu beteiligen, können sich bei der Fachstelle für Klimaschutz am Landratsamt Unterallgäu melden, unter Telefon (0 82 61) 99 51 64 oder Opens window for sending emailklimaschutz(at)lra.unterallgaeu.de.