26.6.2015 Memmingen. Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger hieß jetzt vier Ärzte aus Memmingens Partnerstadt Tschernigiv recht herzlich in der Maustadt willkommen.

Die Mediziner erhalten die Möglichkeit, den Kollegen im Klinikum Memmingen im Rahmen eines zehntägigen Praktikums über die Schulter zu schauen.

Bei dieser Gelegenheit dankte das Stadtoberhaupt auch dem ärztlichen Direktor Prof. Dr. Albrecht Pfeiffer sowie den Chefärzten Prof. Dr. Carsten Gutt, Allgemeinchirurgie, Prof. Dr. Chrsitian Schinkel, Unfallchirurgie/Orthopädie und Prof. Dr. Peter Schneede, Urologie, für ihre Kooperation: „Ohne Ihre Unterstützung wäre dieser Wissenstransfer nicht möglich“, so Holzinger.

„Wir freuen uns, dass wir in Memmingen diese vielseitigen und zahlreichen Erfahrungen sammeln können“, sind sich die vier „Praktikanten“ einig. Sie werden versuchen, das hier Erlernte im Rahmen der technischen Möglichkeiten umgehend in ihrer Heimat umsetzen. Zwar führen sie zu Hause dieselben Operationen durch wie ihre Memminger Kollegen, haben aber leider nicht die technische Ausrüstung wie die Ärzte hier, berichten die Hospitanten.

„Wir hoffen, durch die hohen deutschen Standards die Fehlerquote bei Operationen enorm zu reduzieren“, führt Unfallchirurg Maksym Donets aus. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der laparoskopischen Operationsmethode. Die laparoskopische Chirurgie ist ein Teilgebiet der minimal-invasiven Chirurgie, bei der mit kleinen Schnitten gearbeitet wird. Dabei werden mit Hilfe eines optischen Instruments Eingriffe innerhalb der Bauchhöhle vorgenommen.

Memmingen und die Partnerstadt Tschernigiv im Norden von Kiew verbindet seit 1990 eine Freundschaft, die sich im Laufe der Jahre zu einer Städtepartnerschaft entwickelte. Das Tschernigiver Klinikum Nummer 2 unter der Leitung von Chefarzt Dr. Vladimir Fal wurde in der Vergangenheit bereits mit ausgemusterten Geräten und Instrumenten des Memminger Klinikums sowie anderen ärztlichen Einrichtungsgegenständen ausgestattet.

Ausgemusterte Rettungsfahrzeuge des Bayerischen Roten Kreuzes sind ebenfalls in Tschernigiv im Einsatz. Die Großstadt am Ufer der Desna liegt ca. 150 Kilometer von Kiew entfernt.