1.9.2015 Landkreis Unterallgäu. Sie sind für den Verbraucher praktisch und werden deshalb immer beliebter: biologisch abbaubare Kunststofftüten für den Biomüll.

Doch der Schein trügt. Denn im Unterallgäu dürfen diese Tüten nicht verwendet werden, wie die Abfallwirtschaftsberatung des Landkreises mitteilt.

Biologisch abbaubare Tüten gibt es mittlerweile von vielen verschiedenen Anbietern. Sie bestehen teils aus Maisstärke, teils aus herkömmlichem Kunststoff und gelten vielfach nach EU-Norm als kompostierbar. Das Problem: „Im Landkreis Unterallgäu wird der Biomüll aus der braunen Tonne nicht kompostiert, sondern in einer Vergärungsanlage vergoren. Die biologisch abbaubaren Tüten müssen aufwändig aussortiert werden, da sie sich in der Anlage nicht abbauen“, erklärt die Abfallwirtschaftsberatung.

Für die Biotonne verwendet werden können dagegen Küchenpapier, Papiertüten oder Zeitungspapier. Diese werden bei der Vergärung mit abgebaut. Das Papier saugt zudem die im Biomüll enthaltene Flüssigkeit auf. Im Sommer verhindert das Geruchsbildung, im Winter das Einfrieren der Bioabfälle. Spezielle Papiertüten gibt es im Handel. Illustrierte oder Hochglanzpapier dürfen nicht für den Biomüll verwendet werden. Um die Feuchtigkeit der Bioabfälle zu binden, kann auch Tonerde-Streu oder Steinmehl verwendet werden. Außerdem sollte der Kücheneimer alle ein bis zwei Tage entleert werden, gerade wenn es im Sommer sehr warm ist. „So ist die Sammlung der Bioabfälle auch mit Papiertüten eine saubere Sache“, so die Abfallwirtschaftsberatung.

Wer selbst kompostiert, kann zum Aufsaugen der Feuchtigkeit auf Küchenpapier zurückgreifen und dieses mit kompostieren. Auch hier sollten keine abbaubaren Kunststofftüten zum Einsatz kommen, da sich diese laut den Herstellern auf dem eigenen Kompost nicht ausreichend zersetzen. „Aus den kompostierten Bioabfällen soll schließlich hochwertige Komposterde für den eigenen Garten – meist auch für den Gemüseanbau – produziert werden“, so die Abfallwirtschaftsberatung.

Alle Informationen zum Thema Biomüll, unter anderem eine umfangreiche Kompostieranleitung und Tipps für den Umgang mit der Biotonne, sind bei uns im Internet unter www.unterallgaeu.de/biomuell zu finden. Ein Faltblatt über Biomüll ist bei allen Gemeinden und Wertstoffhöfen erhältlich. Bei Fragen gibt die Abfallwirtschaftsberatung des Landkreises Unterallgäu Auskunft unter Telefon (08261) 995-367 oder -467.