16.6.2015. Die positive Ergebnis-Entwicklung der letzten Jahre hält an, wenngleich die Besucherzahlen des Vorjahres nicht erreicht werden konnten.

Mit diesem Fazit zieht die Kleinwalsertaler Bergbahn AG Bilanz ihres Geschäftsjahres 2013/2014 (31.10.). Insbesondere der Winter sorgte für Licht und Schatten.

Dank der sehr leistungsfähigen Beschneiungsanlage konnte im Skigebiet Kanzelwand/Fellhorn trotz geringer Neuschneemengen eine gute Pistenqualität ermöglicht werden. Zwar kam es aufgrund des Schneemangels in den Naturschneegebieten Ifen und Walmendingerhorn zu leichten Rückgängen bei den Besucherzahlen. Die Gesamtbilanz ist dennoch positiv.

So legte der Jahresüberschuss noch einmal zu und übertraf mit 957.000 Euro den Wert des Vorjahres (896.000 Euro) um 6,8 Prozent. Gemeinsam mit einem Gewinnvortrag aus dem Vorjahr ergibt sich ein Bilanzgewinn von 1.017.000 Euro. Die Aktionäre kommen in den Genuss einer Dividende von 21 Euro pro Aktie. 500.000 Euro werden in die Gewinnrücklage eingestellt, 55.600 Euro auf neue Rechnung vorgetragen.

Geprägt war das Geschäftsjahr durch sehr wechselhafte Wetterbedingungen. Kälteperioden Anfang November wurden für die Beschneiung an Kanzelwand und Fellhorn genutzt, so dass der Skibetrieb an der Kanzelwand bereits am 30. November 2013 beginnen konnte (Fellhorn: 7. Dezember).

Geringe Neuschneemengen und damit einhergehende schlechte Pistenbedingungen in vorgelagerten Skigebieten führten zu einer überdurchschnittlichen Nachfrage im Dezember an Kanzelwand/Fellhorn, aber auch zu einem verspäteten Start an Ifen und Walmendingerhorn. Ein Wärmeeinbruch an Weihnachten und anhaltend milde Temperaturen führten trotz bestens gepflegter und beschneiter Pisten in Summe dazu, dass weder die Plan- noch die Vorjahreswerte bei den Gästezahlen in der Wintersaison erreicht werden konnten.

Auch der Sommer startete mit Schlechtwetterperioden im Juli und August, konnte aber dann mit einem sehr sonnigen Herbst einiges an verlorenem Terrain aufholen. So lag der Gesamtumsatz im Sommer mit 1,1 Prozent über Plan. Mit 789.000 Fahrgästen im abgelaufenen Jahr erzielte das Unternehmen das zweitbeste Ergebnis der letzten fünf Jahre. Der Gesamtumsatz sank aufgrund des Winters um 3,7 Prozent auf 12,72 Mio. Euro (Vorjahr 13,21 Mio.).

Gekennzeichnet war das Geschäftsjahr auch durch umfangreiche Investitionen. So wurde die Lawinensicherheit an Kanzelwand und Walmendingerhorn weiter erhöht. Zu diesem Zweck wurde eine Lawinengalerie an der Kanzelwand ausgebaut, wurden zwei Gazexanlagen installiert und die Lawinenverbauungen umfangreich erweitert. Erheblich verbessert wurde auch die Talabfahrt an der Kanzelwand.

Wiedergewählt in den Aufsichtsrat wurden die Herren Dr. Ulrich Netzer,
Dr. Andreas Gapp und Michael Lucke, der auch weiterhin den Vorsitz des Gremiums innehat. Als Stellvertreter wurde Herr Dr. Andreas Gapp bestätigt. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet das Unternehmen mit einem leicht unterplanmäßigen Verlauf. Auch dieser Winter war durch geringe Neuschneemengen und insbesondere durch anhaltend milde Temperaturen im Dezember gekennzeichnet.

Dank der modernen Beschneiungsanlage konnte dennoch am 13. Dezember mit dem Skibetrieb an der Kanzelwand begonnen werden. Rund 4,3 Mio. Euro sind auch in diesem Geschäftsjahr für Investitionen und außerordentliche Instandhaltungsmaßnahmen eingeplant. Dazu zählen die Anschaffung neuer Pistenraupen, eine weitere, gravierende Verbesserung der Kanzelwand-Talabfahrt sowie Maßnahmen im Lawinenschutz an Kanzelwand und Walmendingerhorn. Zudem wird der Kassenvorplatz an der Kanzelwandbahn erweitert, das WC an der Kanzelwandtalstation erneuert und die Energieeffizienz sowie die Produktqualität in Gastronomie, in den Stationen und an der Beschneiungsanlage weiter gesteigert.

Intensiv beschäftigen sich die Verantwortlichen der Kleinwalsertaler Bergbahn AG mit der touristischen Zukunft im Tal. Denn der Tourismus ist unbestritten der stärkste Motor im Kleinwalsertal. „Uns ist bewusst, dass wir nur dann erfolgreich sind, wenn alle Akteure gemeinsam an einem Strang und in die gleiche Richtung ziehen. Das erhöht nicht nur für alle die Investitionssicherheit, sondern motiviert auch andere, die Zukunft im Tal mitzugestalten“, erklärt Aufsichtsratsvorsitzender Michael Lucke.

Diesem Ansatz folgt auch die Unternehmensstrategie, die ihren Fokus neben Investitionen verstärkt auf Kooperation setzt. Dies zeigt sich bereits in den laufenden Gesprächen zur Neuausrichtung des gemeinsamen Skipasses aller Liftbetreiber im Tal.

Auch die zukünftigen Investitionsvorhaben sind von diesem Gedanken geleitet. „Seit dem negativen Volksentscheid zu den damaligen Plänen zur Ifen-Modernisierung im Jahr 2012 haben wir in den vergangenen zwei Jahren sehr genau in das Tal und die Bevölkerung hineingehört. In der Folge hat der Aufsichtsrat den Vorstand beauftragt, ein umsetzbares und genehmigungsfähiges Alternativkonzept für die Verbesserung des Ifen auszuarbeiten“, gibt Lucke bekannt.

Klare Vorgabe an dieses neue konsensorientierte Ifen-Konzept, das bis zum Sommer fertiggestellt und der Bevölkerung präsentiert werden soll, ist eine schrittweise Umsetzung der darin geplanten Projekte.

Unabhängig von dieser Studie hat der Aufsichtsrat bereits heute Investitionen in Höhe von insgesamt 19 Millionen Euro am Ifen und am Fellhorn beschlossen: Die Pläne sehen im Skigebiet Fellhorn um 5 Millionen Euro den Ersatz des Fellhorn-Schleppliftes zum Gipfel durch eine 6er-Sesselbahn vor. Hierdurch werden zusätzliche Pistenflächen geschaffen und die Qualität und Sicherheit gesteigert.

Im Skigebiet Ifen werden in Summe 14 Millionen Euro investiert. Dabei sind eine neue Bahn von der Talstation bis oberhalb der Bergwachthütte zur Stütze 8 des bestehenden Schleppliftes sowie der Rückbau dieser Anlage vorgesehen. Mit dieser Bahnführung stehen in Zukunft schneesichere und abwechslungsreiche Pisten zur Verfügung ohne die Skier abschnallen zu müssen. Weiter wird der Bau der bereits genehmigten Beschneiung angegangen.

An der Bergstation der neuen Sesselbahn ist kein Restaurant geplant, ebenso wird der Sommerbetrieb, so wie jetzt auch, zukünftig nur bis zur Ifenhütte angeboten.

Gleichzeitig mit diesen Bauarbeiten werden auch die Trink- und Abwasserleitungen zur Bergstation Hahnenköpfle gelegt, wodurch eine deutliche Verbesserung der Umweltsituation erfolgt. Baubeginn ist für Sommer 2016 vorgesehen, die Anlagen sollen bereits im Winter 2016/17 den Gästen zur Verfügung stehen.

Dieses Projekt wird der touristischen Entwicklung im Tal wichtige Impulse verleihen. Denn als größtes und wichtigstes Skigebiet für das Tal hat der Ifen eine zentrale Bedeutung für die zukünftige Positionierung des Kleinwalsertals.

Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Andreas Gapp: „Wir gehen mit unternehmerischem Mut voran und hoffen, dass wir damit auch andere für weitere Investitionen motivieren. Denn gemeinsam schaffen wir es, die Vision einer gesamthaften Tourismusdestination Kleinwalsertal/Oberstdorf mit Leben zu füllen.“

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