24.9.2015 Lindau (Bodensee). Dem Handwerk geht es seit Jahren gut, die Auftragslage ist hervorragend. Dies ist im Bereich der Handwerkskammer Ulm genauso wie im Einzugsgebiet der Handwerkskammer Schwaben.

Zu einem gemeinsamen Austausch war nun der Präsident der Handwerkskammer Ulm, Joachim Krimmer, zu Gast bei Landrat Elmar Stegmann. Denn trotz – oder gerade aufgrund der guten Auftragslage rückt ein anderes Problem stark in den Fokus: die schleppende Nachwuchsgewinnung. „Insgesamt nimmt die Anzahl an dualen Ausbildungen in Deutschland ab und davon ist ganz massiv auch das Handwerk betroffen“, so Krimmer. „Es kann aber nicht nur Studierte geben. Deutschland braucht das Handwerk.“

Die sinkende Zahl an Auszubildenden macht auch den Berufsschulen in der Region Sorgen. Im Zentrum des Austausches zwischen Landrat Elmar Stegmann und Präsident Joachim Krimmer stand deshalb auch eine Stärkung der Berufsschulstandorte. „Es ist wichtig, dass wir uns länderübergreifend abstimmen und unsere Angebote gemeinsam anpassen,“ meint Stegmann. Ansonsten seien aufgrund wegbrechender Schülerzahlen die einzelnen Standorte gefährdet. „Nur wenn wir die Ausbildung einzelner Berufszweige an den verschiedenen Standorten bündeln, können wir unsere Berufsschulen sichern.“

Weiteres Thema des Austausches war die aktuelle Flüchtlingssituation. Joachim Krimmer sieht in der Integration von jungen Flüchtlingen eine große Chance für das Handwerk, offene Lehrstellen wieder besetzen zu können.