11.8.2014 Lindau (Bodensee). Die bayerische Staatsministerin für Europangelegenheiten und regionale Beziehungen Dr. Beate Merk hat im Rokokosaal des Landratsamts Rosmarie Auer das Verdienstkreuz am Bande des Bundesverdienstordens ausgehändigt. Geehrt wird die Lindauerin für ihr großes ehrenamtliches Engagement in der Heimatpflege.

„Rosmarie Auer setzt ihr ganzes, breit gefächertes Wissen für die Pflege der heimatlichen Kulturgüter ein. Sie gibt dieses Wissen gerne und mit großer Begeisterung an ihre Mitbürger und vor allem an junge Generationen weiter. Durch ihre archivarische und denkmalpflegerische Betätigung hat sie sich in außerordentlicher Weise verdient gemacht,“ würdigt die Staatsministerin die Geehrte.

Seit der Geburt ihres ersten Kindes im Jahr 1968 engagiert sich die ehemalige Stadtarchivarin Rosmarie Auer ehrenamtlich in der Heimatpflege. Sie bot dem damaligen Verwalter des Heilig-Geist-Spitals an, das umfangreiche Spitalarchiv zu betreuen. Seit dieser Zeit hat sie zahlreiche Veröffentlichungen, Ausstellungen und Vorträge vorbereitet und durchgeführt. Außerdem hat sie als Stadtführerin besonders Schulklassen und Studenten die Geschichte des Hospitals näher gebracht. Es ist Rosmarie Auer zu verdanken, dass vor einigen Jahren aufgrund einer schwierigen Finanzlage das Hospitalarchiv nicht verkauft wurde. Denn sie konnte die Hospitalverwaltung von dem unermesslichen wissenschaftlichen Wert dieses historischen Erbes überzeugen.

„Rosmarie Auer verfügt über ein großes Hintergrundwissen und ist in der Lage, alte Schriften fließend zu übersetzen. Dies lernen bis heute auch viele Heimatpfleger des Landkreises von ihr,“ so Landrat Elmar Stegmann.

Ihre Veröffentlichungen sind immer wissenschaftlich fundiert und so aufbereitet, dass sie von einer großen Öffentlichkeit gelesen werden, so beispielsweise eine Veröffentlichung des historischen Vereins Lindau mit dem Titel: „Das Lindauer Hospital – 775 Jahre Fürsorge im Stadtviertel unter dem Schutz des Heiligen Geistes“.

Ein zweiter Schwerpunkt ihres ehrenamtlichen Engagements liegt im Erhalt des 1512 gegründeten alten Aeschacher Friedhofes in Lindau. Dieser wurde nach italienischem Vorbild gestaltet. Obwohl dieser im Jahr 1941 unter Denkmalschutz gestellt wurde, drohte er in den 90er Jahren zu verwahrlosen. Zusammen mit Peter Borel gründete Rosmarie Auer im Jahr 2000 eine Initiative zum Erhalt des Friedhofes, 2003 entstand daraus der Verein „Lindauer Kulturerbe Alter Friedhof e.V.“. Mit großem persönlichem Einsatz sammelte Rosmarie Auer Spenden, hat die alten Grabdenkmäler gesichtet und restauriert. Im Zuge dessen wurden viele Veranstaltungen initiiert und Menschen für den Friedhof und seine Geschichte sensibilisiert. Auf 130 Seiten hat Rosmarie Auer ihr umfangreiches Wissen über den Friedhof zusammengefasst. Diese Veröffentlichung ist ein ebenso grundlegendes geschichtliches Werk wie die oben genannte Veröffentlichung über das Hospital.

Ihre Arbeit zur Sicherung des Vermächtnisses des Heilig-Geist-Hospitals als weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Einrichtung der ehemaligen Freien Reichsstadt Lindau sowie ihr Einsatz für den Erhalt des einzigen Camposanto in Süddeutschland haben überregionale Bedeutung und sind ein wertvoller Beitrag zur Darstellung der schwäbisch-bayerischen Geschichte.