24.1.2019 Isny im Allgäu. Loipenspurer Erhard Pferdt ist in seinem Element und fährt viele Kilometer mit dem neuen Pistenbully. Die insgesamt 75 Kilometer Loipennetz komplett zu pflegen – das ist je nach Schneefall nicht immer zu schaffen. Das Langlauf-Stadion hat Priorität und dort dreht Pferdt deshalb die meisten Runden.

„Wir sind das nicht mehr gewöhnt“, meint Pferdt zu den Schneemassen der letzten Wochen. Voriges Jahr habe er nur einen Tag richtig viel Schnee gehabt, ansonsten hätte er eher aufpassen müssen, keinen Dreck hochzuziehen. Der neue starke Pistenbully sei aber Gold wert bei diesem Schnee. „Die Maschine ist toll. Mit den PS fahr ich auch die Felderhalde rauf wie nix“, schwärmt er. Gummiraupen und Tempomat sind weitere Vorteile.

Bis zehn Uhr ist das vielgenutzte Stadion gespurt, danach geht es an die Felderhalde und dann folgen gemäß der vom Gemeinderat beschlossenen Prioritätenliste die Gschwendloipe und die Argenloipe. Danach sind Schweineburg- und Rotmoosloipe dran. Je nach Schneelage, denn wenn viel Schnee fällt, wäre die Arbeit umsonst. Nachts fahren ist bei starkem Schneefall nicht möglich, auch wenn die neue Maschine starke Leuchten hat. „Ich sehe nur noch Weiß und fahre im Kreis“, bittet Pferdt die Langläufer um Verständnis, dass nicht immer alle Loipen verfügbar sind.

Die Sportplatzloipe in Maierhöfen wird diesen Winter von Maierhöfen selbst gespurt. Die Waldloipe am Waldbad war zum Redaktionsschluss noch nicht verfügbar, die Gefahr von Schneebruch an den Bäumen ist wie in allen Wäldern viel zu hoch.

Die klassische Loipe zu spuren, ist vergleichsweise einfach gegenüber der Skating-Loipe. Da drückt sich das Spurgerät in den Schnee und fertig. Skaterspuren machen mehr Arbeit. Weil zwischen den Raupen naturgemäß Freiraum ist – auch wenn der beim neuen Pistenbully geringer ist – muss Pferdt für eine gut präparierte Skaterspur mehrmals und versetzt fahren. Bei starkem Schneefall sollte alle 20 Zentimeter Neuschnee wieder gespurt werden. Dass da neben dem Stadion nicht mehr genug Zeit bleibt, alle Loipen zu präparieren, versteht sich von selbst.

Schnee braucht Zeit, sich zu verdichten, bei Kunstschnee reichen etwa 20 Minuten, bei Naturschnee wären mehrere Stunden optimal. Im Stadion gibt es aber bis 20.30 Uhr Flutlicht. Und oft ist danach noch einer mit Stirnlampe unterwegs. Pferdt versteht, dass die Leute nach Feierabend laufen möchte, aber es macht die Arbeit für ihn nicht einfacher.

Wenn der Pistenbully durch ist, sollten Langläufer also etwa 20 Minuten warten, bis sie die frische Spur nutzen, weil sie diese sonst ruinieren. „Die tun sich keinen Gefallen. Dann ist meine Arbeit nur noch die Hälfte wert“, ärgert sich Pferdt. Auch wenn das viele Langläufer glauben – eine frische Spur direkt hinter dem Pistenbully ist nicht schneller. Dafür ist es ziemlich gefährlich, direkt vor oder hinter ihm zu fahren. Das Fahrzeug hat keine Bremsen. Zudem ist bergauf die Maschine meist schneller, aber bergab der Langläufer und der hat keine Möglichkeit zu bremsen oder auszuweichen.