23.6.2015 Lindau (Bodensee). Kaum herrschen Temperaturen über 7 °C, erwacht die Zecke aus ihrem Winterschlaf.

Sticht sie zu, kann sie gefährliche Krankheiten wie die Hirnhautentzündung FSME (Frühsommer-Meningo-Enzephalitis) und die Borreliose übertragen. Doch wie kann man sich vor Zeckenstichen und Infektionskrankheiten wirksam schützen?

Darüber hat während der Zeckenaktionstage vom 15. bis 19. Juni das Team des Fachbereichs Gesundheit am Landratsamt Lindau informiert.

Angesprochen waren die Schülerinnen und Schüler der siebten, achten und neunten Klassen der Mittel- und Realschule Lindenberg sowie des Gymnasiums Lindenberg. Es gab viele nützliche Informationen und wertvolle Tipps. So hat der Zeckenexperte Prof. Dr. Gerhard Dobler, Leiter der Abteilung für Virologie und Rickettsiologie des Institutes für Mikrobiologie der Bundeswehr über aktuelle Erkenntnisse bei der Übertragung von Krankheiten durch Zecken informiert.

Die aktuellen FSME-Fallzahlen sind mit 261 Fällen in 2014 bundesweit (Bayern 124 Fälle in 2014) gegenüber 420 Fällen in 2013 (Bayern 175 Fälle) rückläufig. Entwarnung kann nach Auskunft des Gesundheitsamtsleiters Michael Bauerdick aber nicht gegeben werden. Bayern gilt weiterhin überwiegend als FSME Risikogebiet und Infektionen von Zecken übertragbaren Krankheiten stellen weiterhin ein hohes gesundheitliches Risiko dar.

Ist die FSME Krankheit ausgebrochen, gibt es keine ursächliche Therapie. Doch nun die gute Nachricht: Man kann sich wirksam vor FSME schützen – mit einer Impfung. Dabei verabreicht der Arzt innerhalb von fünf bis zwölf Monaten drei Injektionen in den Oberarmmuskel des Impflings.

Die Impfung ist gut verträglich und das Immunsystem lernt auf die Weise das Virus kennen. Infolgedessen kann es ihn bei einer Infektion schnell bekämpfen. So kommt es gar nicht zur Erkrankung. „Alle drei Impfungen sind für einen kompletten Impfschutz erforderlich“, betont Bauerdick. Für einen kontinuierlichen Schutz muss die Impfung alle drei bis fünf Jahre aufgefrischt werden.

Zecken übertragen nicht nur Viren, sondern auch Bakterien, wie die Borrelien. Im Gegensatz zu der FSME Erkrankung gibt es gegen die Borreliose noch keine Schutz-Impfung. Doch sie kann mit Antibiotika behandelt werden. Da dieses nicht sofort nach dem Stich ins menschliche Blut übergeht, sondern mehrere Stunden dafür braucht, lässt sich mit einer frühzeitigen und sachgerechten Zeckenentfernung eine Infektion verhindern.

Doch wie genau soll eine Zecke fachgerecht entfernt werden? Und weshalb ist die Impfung gegen FSME so wichtig? Diese und viele weitere spannende Themen rund um die Zecken wurden insgesamt 575 Schülern aus 26 Schulklassen der drei Schulen in der Poster Ausstellung und den Lehrern in der Auftaktveranstaltung vermittelt.