28.6.2022 Memmingen. Freiwillige Feuerwehr Memmingen dankt mit neuer Auszeichnung „Partner und Förderer der Freiwilligen Feuerwehr Memmingen“.

Elektromobilität ist in aller Munde und die EU berät darüber, den Verbrennungsmotor 2035 für Neufahrzeuge zu verbieten.

Aktuell zeigen Untersuchungen, dass es sich bei der Elektromobilität um eine sichere Fortbewegungsmöglichkeit handelt. Bei Crashtests der Dekra1 konnte kein Brand der Hochvoltbatterie ausgelöst werden, obwohl höhere Geschwindigkeiten als bei den NCAP Crashtests gewählt wurden. Dies zeigt den hohen Sicherheitsstandard von Elektrofahrzeugen.

Der TÜV Süd geht nach aktuellen Erkenntnissen von einem fünf- bis zehnmal höheren Brandrisiko bei Verbrennungsmotoren im Vergleich zu Elektrofahrzeugen aus. Dennoch sind auch bei Elektroautos Brände nicht ausgeschlossen. Kommt es zum Brand der Hochvoltbatterie, werden mit herkömmlichen Löschmethoden mehrere tausende Liter von Löschwasser benötigt, um den Brand zu löschen. Die Batterie und damit meist das Fahrzeug muss anschließend in ein Havarie Becken verbracht werden.

Diese Löschmethode ist ökologisch wie ökonomisch nicht zielführend. Technisch gesehen kommt es beim Brand zu einer Kettenreaktion, dem sog. Thermal Runaway. Ein Hochvoltakku besteht aus vielen hunderten bis tausenden Einzelzellen. Eine brennende Zelle erhitzt beim Thermal Runaway die Nachbarzellen, die dann ebenfalls in Brand geraten. Hierdurch entsteht eine Kettenreaktion, die ohne Eingriff den kompletten Akku verbrennen würde.

Nach intensiver Problemanalyse und Markterkundung entstand bei der Freiwilligen Feuerwehr Memmingen die Idee, ein neues Akkulöschsystem zu beschaffen. Dieses wirkt unmittelbar an der Brandstelle. Durch Druckluft wird eine Löschlanze in den Akkublock eingeschossen.

An der Spitze des Löschdorns wird dann durch Öffnungen Löschwasser unmittelbar in den Raum zwischen den Zellen eingebracht. Somit werden die unbeschädigten Zellen umspült und dabei gekühlt, der Thermal Runaway kann nicht weiterlaufen und endet.

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Das System wurde von der Firma Rosenbauer unter anderem in Zusammenarbeit mit der Werkfeuerwehr Porsche entwickelt und mehrfach getestet. Die Löschdauer konnte in Tests auf wenige Minuten und abhängig von Batterie und Brandfortschritt der Löschwasserverbrauch auf 1.000-4.000 Liter reduziert werden. „Die Reduzierung des Löschwassers reduziert auch das kontaminierte, also verunreinigte, Löschwasser. Für die Umwelt ist dies ein entscheidender Faktor“. stellt Stadtbrandrat Raphael Niggl fest.

Das System kann nach Beendigung der Löschmaßnahmen am Fahrzeug verbleiben und im Bedarfsfall auf dem Hof des Abschleppunternehmens über einen Hydranten wieder in Betrieb genommen werden. Dadurch wird auch die 48-stündige Quarantäne mit reduziertem Löschwasserverbrauch ermöglicht. Zum Vergleich: Ein derzeit verwendeter Container zum Versenken des Fahrzeuges fasst rund 30.000 Liter.

Die kurzfristige Beschaffung des neuen Systems wurde durch eine Spende der Firmen Wilhelm Baumann GmbH und Baumann GmbH, Teil der MedeleSchäfer Gruppe, in Memmingen ermöglicht. Frank Greiner, Vorsitzender des Feuerwehrvereins, dankte den Firmen für ihr großes Engagement für das Ehrenamt. „Wir sind in Memmingen und Umgebung in der glücklichen Situation, dass wir hier Arbeitgeber haben, die stets verständnisvoll sind, wenn es darum geht unsere Feuerwehrmitglieder zu Einsätzen freizustellen und uns auch regelmäßig durch Spenden unterstützen. Allerdings kommt es nicht allzu oft vor, dass wir von einem Unternehmen mit einer Spende in dieser Höhe bedacht werden“, betonte Greiner.

Die Feuerwehr Memmingen möchte solch überdurchschnittlich engagierte Unternehmen künftig entsprechend würdigen. Stadtbrandrat Niggl und Vereinsvorsitzender Greiner überreichten den anwesenden Vertretern der Firmen, Johannes Medele und Sebastian Baumann, daher als ersten Unternehmen eine neu geschaffene Anerkennung in Form einer Urkunde und Plakette. Diese weisen darauf hin, dass die Unternehmen „Partner und Förderer der Freiwilligen Feuerwehr Memmingen“ sind.

Stadtbrandrat Raphael Niggl und Memmingens Oberbürgermeister Manfred Schilder zeigten sich erfreut über die gute Zusammenarbeit von Wirtschaft und Feuerwehr. Hierdurch kann die Sicherheit für alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt erhöht werden. „Im Falle der Elektromobilität wird etwas Sicheres noch sicherer gemacht“ so Niggl