13.5.2022 Lindau (Bodensee). Vermieter, die dem Landratsamt Wohnraum für geflüchtete Menschen anbieten, fragen immer wieder nach, warum sich das Landratsamt nach einer Eingangsbestätigung nicht innerhalb kurzer Zeit erneut meldet oder Wohnraumangebote sogar ablehnt.

Bereits seit Ende letzten Jahres wird durch das Landratsamt laufend weiterer Wohnraum für die dezentrale Unterbringung angemietet. Alle Angebote zur Anmietung durch das Landratsamt für eine dezentrale Unterbringung von Geflüchteten müssen jedoch vor einer Anmietung persönlich durch einen Mitarbeiter des Landratsamtes begutachtet und geprüft werden.

„Dies nimmt eine gewisse Zeit in Anspruch“, erklärt Carina Seiler, Geschäftsbereichsleiterin Jugend, Soziales und Migration am Landratsamt. „Wir können auch nicht jeden Wohnraum annehmen, da wir an Vorgaben durch die Regierung von Schwaben gebunden sind. So muss die Miete angemessen und der Wohnraum bewohnbar sein.“ Das Landratsamt darf beispielsweise in keine Immobilie investieren oder Kosten für Renovierungsarbeiten übernehmen.

Teilweise werden auch deutlich zu teure Unterkünfte angeboten. „Es ist wichtig, dass sich die Mietkosten in einem angemessenen Rahmen bewegen“, so Carina Seiler. Grundlage für eine Bewertung sind die Mietobergrenzen, die auch für Hilfen nach dem Sozialgesetzbuch gelten, beispielsweise bei Personen, die Hartz IV beziehen.

„Wenn unsere Prüfung einer angebotenen Unterkunft abgeschlossen ist, müssen wir uns vor einer Anmietung jedoch noch die Freigabe durch die Regierung von Schwaben einholen.“ Auch bei der Vermittlung privater Wohnungsangebote durch das Landratsamt müssen gewisse Bedingungen erfüllt sein. So ist es wichtig, dass die Geflüchteten durch abgeschlossenen Wohnraum eine Rückzugsmöglichkeit haben und die Unterbringung langfristig möglich ist.

Eine Vermittlung in Wohnraum, der nur für wenige Wochen zur Verfügung steht, schafft für die Geflüchteten vermeidbare Unsicherheiten.

„Herzlichen Dank allen Wohnungsgebern und Helfern, die sich in den vergangenen Wochen an das Landratsamt gewandt haben. Durch die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung konnten wir bereits etliche Geflüchtete dauerhaft unterbringen,“ so Landrat Elmar Stegmann.