13.7.2022 Lindau (Bodensee). In den letzten beiden von Corona geprägten Jahren hat der Druck auf die städtischen Grünanlagen deutlich zugenommen. Mit den Einschränkungen hat es viele Menschen vermehrt nach draußen in die Parks und Grünflächen gezogen. „Essen to go“ wurde zur Regel und während Bars und Clubs geschlossen waren, wurden in Parks wie dem Lindenhof- oder Lotzbeckpark Partys mit teilweise mehreren hundert Menschen gefeiert.

„Die Probleme dabei sind nicht nur die aufkommenden Massen an Müll, die störend ins Auge fallen“, so Andreas Bauer, Abteilungsleiter bei den Garten- und Tiefbaubetrieben Lindau (GTL), „sondern parallel auftretende Vandalismusschäden an Parkbänken, Toiletten, Bushaltestellen und Mülleimern. Zusätzlich erschweren steigende Pflege- und Entsorgungskosten sowie der Mangel an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Instandhaltung und Sauberkeit der Grünflächen und Parkanlagen.“

Die GTL haben mittlerweile externe Dienstleister eingebunden, um an Wochenenden und an Feiertagen Teilbereiche des Stadtgebiets von Unrat zu befreien. Etwa 30.000 Euro pro Jahr kosten diese Dienstleister nur für die Wochenendeinsätze.

„Der in der Hochsaison, vor allem aber auch an den Wochenenden entstehende Abfall übersteigt das Fassungsvolumen der im Stadtgebiet installierten Mülleimer deutlich“, weiß Andreas Bauer. Dies habe zur Folge, dass sich Verpackungen, Flaschen und Pizzakartons um die Abfallkörbe herum türmen. „Um das zu vermeiden und um den feiernden Menschen die Möglichkeit zu geben, den Abfall zu entsorgen, haben wir mehrere Müllcontainer mit etwa zwei Kubikmeter Fassungsvermögen angeschafft.“ Laut Andreas Bauer werden diese nun probeweise an den Wochenenden in den Hotspot-Bereichen aufgestellt, um zu testen, ob sich die Situation dadurch entspannt.

Um vor allem bei Jugendlichen ein Bewusstsein für die „Vermüllung“ zu schaffen, sollen diese Container in Zusammenarbeit mit der Offenen Jugendarbeit Lindau bei einem Graffiti-Workshop am Freitag, 15. und Samstag, 16. Juli, gestaltet werden.

Ein Container wurde schon durch die Kinder des Kindergartens „Zur Heiligen Familie“ in Oberreitnau bemalt. „Da das aktuelle Thema im Kindergarten ebenfalls „Umwelt“ war, hat das Bemalen des Müllcontainers wunderbar in unsere Planung gepasst“, erzählt Kindergartenleiterin Kristina Schubnell. „Unsere Gruppennamen (Pusteblumen-, Regenbogen-, Sonnen-, Zug- und Käfergruppe) lassen sich mit dem Thema Umwelt sehr gut vereinen. Deshalb haben wir uns dazu entschieden, eine Seite mit Sonnenschein und Käfern sowie eine Seite mit Regenwetter und Zug zu bemalen. So entsteht auf den anderen Seiten jeweils ein Regenbogen, unter dem Pusteblumen wachsen“. Auch der bunte Container wird künftig hoffentlich dafür sorgen, dass weniger Müll in den Parkanlagen liegen bleibt.

Von der Aktion erhoffen sich die Beteiligten mehr Bewusstsein und Wertschätzung für den öffentlichen Raum und die Natur und damit die Qualität der städtischen Freiräume für alle Menschen nachhaltig und wahrnehmbar zu steigern.