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:: Unterallgäu

 

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30.8.2019 Landkreis Unterallgäu. Auch Fische aus der Günz Höhe Frickenhausen sind mit Polyfluorierten Chemikalien (kurz PFC) belastet. Das haben neuste Untersuchungen des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) ergeben.

Das Landratsamt Unterallgäu rät deshalb, Fische aus Teilen der Günz, aus der westlichen Günz und aus dem Krebsbach nicht zu verzehren. Der bislang untersuchte Bereich ist in der Karte dargestellt.

Das Wasserwirtschaftsamt Kempten (WWA) hat inzwischen umfangreiche Wasserproben entnommen, um genauer einzugrenzen, welche Gewässer betroffen sind. Die Auswertung wird noch rund zwei Wochen dauern.

Laut Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) ist durch den einmaligen Verzehr eines mit PFC belasteten Fisches eine akute Gesundheitsgefahr nicht gegeben. Allerdings sollten belastete Fische nicht über einen längeren Zeitraum und regelmäßig verzehrt werden.

Polyfluorierte Chemikalien (kurz PFC oder auch PFT) waren früher in Löschschäumen von Feuerwehren enthalten. Möglicherweise resultiert der Eintrag dieser Substanzen in das Gewässer aus einer Zeit, als der Flughafen Memmingerberg noch militärisch von der Bundesrepublik Deutschland genutzt wurde.

Anlass der ausführlichen Untersuchungen war ein Umweltmonitoring-Programm des Landesamts für Umwelt (LfU). Proben von Bachforellen aus dem Krebsbach hatten eine PFC-Belastung aufgewiesen, deshalb hatten Landratsamt, LGL und Wasserwirtschaftsamt Kempten weitere Untersuchungen eingeleitet.

Die Wasserversorgung von Ungerhausen ist laut Landratsamt ausdrücklich nicht von der Verzehrwarnung betroffen. Das Trinkwasser der Gemeinde Ungerhausen wird seit 2015 – seit die PFC-Problematik auf dem ehemaligen Militärgelände Memmingerberg bekannt ist – regelmäßig auf PFC untersucht. In Ungerhausen wurden die vom Umweltbundesamt empfohlenen Leitwerte dabei immer deutlich unterschritten. Die Ergebnisse werden auf der Homepage der Gemeinde Ungerhausen veröffentlicht.

Weitere Informationen finden Sie auch im Internet unter www.unterallgaeu.de/lebensmittelsicherheit

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29.8.2019 Landkreis Unterallgäu. Die Arbeitslosenquote im Unterallgäu liegt im August bei 1,9 Prozent. Nur fünf Landkreise in Deutschland haben eine noch niedrigere Quote.

Nach Angaben der Agentur für Arbeit haben 1.569 Unterallgäuer keinen Job. 293 davon sind jünger als 25 Jahre. Die Arbeitslosigkeit unter den 15- bis 24-Jährigen beträgt damit 2,8 Prozent.

467 Menschen beziehen Arbeitslosengeld II. Das sind 0,6 Prozent aller Erwerbspersonen.

Der Unterallgäuer Arbeitsmarkt im Jahresüberblick:

Arbeitslose Arbeitslosenquote
August 2019 1.569 1,9
Juli 2019 1.412 1,7
Juni 2019 1.392 1,7
Mai 2019 1.408 1,7
April 2019 1.385 1,7
März 2019 1.520 1,9
Februar 2019 1.698 2,1
Januar 2019 1.705 2,1
Dezember 2018 1.395 1,7
November 2018 1.308 1,6
Oktober 2018 1.310 1,6
September 2018 1.399 1,7
August 2018 1.617 2,0

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28.8.2019 Erkheim/Unterallgäu. Am Mittwoch, gegen 09:35 Uhr, wurde der Integrierten Leitstelle Donau-Iller ein Brand in einem Holzverarbeitungsbetrieb gemeldet.

Diese alarmierte umgehend ein Großaufgebot der umliegenden Feuerwehren und des Rettungsdienstes.

In einer Fertigungshalle geriet aus derzeit ungeklärter Ursache eine Spänetrocknungsanlage in Brand.

Durch das rasche Eingreifen der Feuerwehr sowie den Mitarbeitern des Betriebes konnte ein Übergreifen des Feuers auf die Fertigungshalle verhindert und der Brand schnell gelöscht werden.

Insgesamt sieben Mitarbeiter erlitten bei den Löschversuchen leichte Verletzungen durch eigeatmete Rauchgase. Vier von diesen Mitarbeitern wurden vorsorglich in umliegende Krankenhäuser gebracht.

Der entstandene Sachschaden kann derzeit noch nicht beziffert werden, die Trocknungsanlage hat einen Wert von etwa 250.000 Euro.

Es wurden aufgrund der anfänglichen Mitteilung die Freiwilligen Feuerwehren Erkheim, Mindelheim, Sontheim, Schlegelsburg, Daxberg, Arlesried, Westerheim, Oberkammlach, Ottobeuren, Benningen sowie das THW Memmingen alarmiert, an den tatsächlichen Löscharbeiten waren die Freiwilligen Feuerwehren Erkheim, Mindelheim und Sontheim beteiligt.

Die Feuerwehren waren mit etwa einhundert Einsatzkräften, der Rettungsdienst mit vier Rettungswagen und die Polizeiinspektion Mindelheim mit einer Streife vor Ort.

Als Ursache wird derzeit ein technischer Defekt vermutet, die weiteren Ermittlungen zum Brandfall übernimmt die Kriminalpolizei Memmingen.

(PI Mindelheim, 13:10 Uhr, hs)

Symbolbild (© Bayerische Polizei)

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28.8.2019 Landkreis Unterallgäu. Wie behandelt man Erkältungen naturheilkundlich? Wie fördert man Babys Sprache? Und wie unterstützt man ein gesundes Essverhalten?

All das erfahren Schwangere, Väter und Mütter im Elterncafé in Mindelheim. Die Einrichtung startet nach den Sommerferien mit einem bunten Programm ins zweite Halbjahr. Alle zwei Wochen steht in der Maximilianstraße 51 wieder ein anderes Thema auf dem Programm.

Das Treffen für Schwangere und Eltern mit Kindern bis drei Jahren findet in ungeraden Kalenderwochen immer dienstags von 10 bis 11:30 Uhr statt. Auch ältere Geschwisterkinder sind willkommen. Die Besucher bekommen bei dem zwanglosen Zusammensein viele Informationen und können sich austauschen.

Auf dem Programm steht folgendes:

„Mit einheimischen Heilpflanzen durch die Erkältungszeit“ heißt es am 10. September. Heilpraktikerin Daniela Schäffler gibt praktische Tipps zur Stärkung des Immunsystems und informiert, wie man Erkältungen naturheilkundlich behandeln kann. Für die Teilnahme ist eine Anmeldung erforderlich. Diese ist bis 6. September unter Telefon (08261) 995-402 oder per E-Mail an kreszentia.gromer(at)lra.unterallgaeu.de möglich.

„Bücher machen Babys schlau“ lautet der Titel des Treffens am 24. September. Christiane Boos-Hilebrand, Fachberaterin für Kindertagespflege, informiert, wie man mit seinem Kind ein Bilderbuch betrachtet und dabei die Sprache fördert und Denkprozesse anregt.

„PilzFilzAllerlei“ ist am 8. Oktober angesagt. Zusammen mit Angelika Geißler von der WollFühlFactory werden Fliegenpilze, Steinpilze, rote und braune sowie große und kleine Pilze gefilzt.

Ums Impfen geht es am 22. Oktober. Tanja Rindle und Dr. Katrin Himpel, Ärztinnen am Unterallgäuer Gesundheitsamt, sprechen darüber, dass Impfungen Kleinkinder vor vielen ansteckenden Krankheiten schützen können. Der im Flyer für diesen Termin angekündigte Vortrag zum Thema Müllvermeidung entfällt.

„Erziehung beginnt – Grenzen setzen ohne zu verletzen“ ist das Thema am 5. November. Anette Mayrock-Albrecht von der Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung der Katholischen Jugendfürsorge gibt Tipps für einen liebevollen, aber konsequenten Erziehungsstil.

„Wenn du dein Gemüse nicht isst, gibt’s keinen Nachtisch“ heißt der Vortrag von Ernährungswissenschaftlerin Sonja Eichin am 19. November. Sie informiert, was sinnvolle Essensregeln sind und wie man ein gesundes Essverhalten unterstützt.

Adventsbasteln ist am 3. Dezember im Elterncafé geboten. Unter Anleitung von Floristin Christel Lidel fertigen die Teilnehmer Advents- und Weihnachtsschmuck.

Ein gemütlicher Ausklang zum Jahresende steht am 17. Dezember auf dem Programm.

Beim Elterncafé handelt es sich um ein kostenloses Angebot der Schwangerenberatungsstelle am Unterallgäuer Gesundheitsamt und der Koordinierenden Kinderschutzstelle (KoKi).

Bei jedem Termin ist eine Fachkraft der Schwangerenberatungsstelle oder der KoKi anwesend, die neben dem jeweiligen Thema für allgemeine Fragen rund ums Kind zur Verfügung steht und zum Beispiel bei Anträgen hilft.

Eine Anmeldung ist in der Regel nicht erforderlich.

Weitere Informationen gibt es bei der KoKi unter Telefon (08261) 995-402, bei der Schwangerenberatung unter Telefon (08261) 995-412 oder im Internet unter www.unterallgaeu.de/koki

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27.8.2019 Landkreis Unterallgäu. Die Kreisstraße MN 3 zwischen Eppishausen und Könghausen ist von Mittwoch, 4. September, bis voraussichtlich Ende Oktober komplett für den Verkehr gesperrt.

In diesem Bereich der Kreisstraße werden die Amphibienschutzeinrichtungen erweitert und ein neuer Fahrbahnbelag aufgebracht.

Das teilt das Tiefbauamt am Landratsamt Unterallgäu mit.

Die Umleitung ist ausgeschildert und führt ab Eppishausen über Haselbach und Obergessertshausen nach Könghausen.

Die Umleitungsstrecke gilt für beide Fahrtrichtungen.

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26.8.2019 Landkreis Unterallgäu. Im September und Oktober werden in den Unterallgäuer Gemeinden wieder kostenlos gemischte Gartenabfälle gesammelt.

Dabei handelt es sich um die dritte von vier Gartenabfallsammlungen in diesem Jahr.

Um den Sammlern die Arbeit zu erleichtern, bittet die Abfallwirtschaftsberatung, folgende Dinge zu beachten:

Gartenabfälle mit natürlichem, starkem Bindfaden (Spagat, Paketschnur) bündeln. Kunststoff-Stricke dürfen nicht verwendet werden.

Darauf achten, dass die Bündel nicht mehr als 25 Kilogramm wiegen.

Der Durchmesser von Ästen und Stämmen darf höchstens 15 Zentimeter betragen.

Die gebündelten Äste dürfen nicht länger als 1,50 Meter sein, da sie ansonsten nicht in die Schüttung des Fahrzeuges passen.

Feine, strukturarme Gartenabfälle wie Rasenschnitt, Laub, Heckenschnitt und Blumen sollten am besten in Papiersäcken (ohne Folie) und Pappkartons oder in Körben und Kunststoffwannen bereitgestellt werden. Die Kunststoffwannen dürfen sich nach oben nicht verengen und ein Volumen von 60 Litern nicht überschreiten. Springsäcke und Metallwannen sind wie Plastiksäcke und Schubkarren nicht geeignet und werden nicht entleert.

Einen leicht zugänglichen Sammelplatz an der Straße suchen, an dem niemand behindert wird.

Mitgenommen werden je Haushalt bis zu zwei Kubikmeter Gartenabfälle.

Werden die Gartenabfälle an einem Montag oder an einem Tag nach einem Feiertag abgeholt, müssen sie bis spätestens 8 Uhr bereitstehen, an den restlichen Abfuhrtagen bis spätestens 7 Uhr. Ausnahme ist das Stadtgebiet Mindelheim. Hier müssen die Abfälle bereits ab 6 Uhr bereitstehen.

Info: Bei Fragen kann man sich an die Firma Dorr GmbH & Co.KG unter Telefon (08 31) 5 91 17 11 oder an die Abfallwirtschaftsberatung des Landkreises unter Telefon (08261) 995-367 oder -467 wenden. Die Abfuhrtermine sowie Informationen zur Entsorgung von Gartenabfällen sind im Internet unter www.unterallgaeu.de/abfall und in der Unterallgäu-App zu finden.

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22.8.2019 Landkreis Unterallgäu. Die Äußere Bahnhofstraße in Wolfertschwenden-Thal ist vom 18. bis 20. September komplett für den Verkehr gesperrt.

Der Bahnübergang in Thal wird saniert.

Die Umleitung ist ausgeschildert.

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21.8.2019 Landkreis Unterallgäu. „Die Gelbe Tonne kommt bei den Bürgerinnen und Bürgern im Landkreis gut an“, resümiert Edgar Putz, Leiter der Kommunalen Abfallwirtschaft des Landkreises Unterallgäu.

Zum Jahreswechsel wurde die Gelbe Tonne im Unterallgäu eingeführt, nun wurden im ersten Halbjahr bereits über 1.700 Tonnen an Leichtverpackungsabfällen erfasst. „Das sind 470 Tonnen oder rund 37 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres“, so Putz.

Pro Kopf wurden damit in diesem Jahr bereits 12,12 Kilogramm an Leichtverpackungsabfällen im Kreisgebiet erfasst. Das sind 3,28 Kilogramm pro Kopf mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

„Wir gehen davon aus, dass diese Verpackungen zuvor über den Restmüll entsorgt wurden“, vermutet Putz: „Denn seit der Gelben Tonne trennen viele Menschen ihren Abfall wohl noch gründlicher als vorher, wo sie noch zum Wertstoffhof fahren mussten.“ Einige hatten vermutlich auch keine Möglichkeit, den Gelben Sack selbst wegzufahren.

Diese Entwicklung sei erfreulich, da die gesammelten Wertstoffe wie Metalle, einige Kunststoffe oder Tetra Paks zu neuen Stoffen verarbeitet werden können. Insbesondere Kunststoffe, die nicht recycelt werden können, werden laut Putz dort eingesetzt, wo sie fossile Energieträger ersetzen. „Am besten ist es jedoch, Verpackungsabfälle im Vorfeld zu vermeiden und nach Möglichkeit schon beim Einkauf darauf zu achten“, gibt Putz zu bedenken.

Bei Fragen zur Abfallentsorgung gibt die Abfallwirtschaftsberatung des Landkreises Unterallgäu gerne Auskunft unter Telefon (08261) 995 -367 oder -467. Informationen gibt es auch im Internet unter www.unterallgaeu.de/abfall.

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19.8.2019 Landkreis Unterallgäu. Trotz wechselhaften Wetters kamen auch dieses Jahr wieder rund 400 Radfahrer aus allen Himmelsrichtungen an Maria Himmelfahrt nach Maria Baumgärtle. Pater Alois Schlachter hielt eine Andacht, umrahmt vom Chor Klangzauber, und segnete anschließend die Fahrräder.

Landrat Hans-Joachim Weirather zeichnete einige Teilnehmer aus:

Jüngste Teilnehmer waren Sophia Ziesel aus Unterkammlach und Linus Brenner aus Kirchstetten, beide vier Jahre alt, gefolgt von Lisa Marie Mutzel (sechs Jahre, Unterrieden) und Timo Brenner (sechs Jahre, Kirchstetten) und Lukas Ziesel (sieben Jahre, Unterkammlach).

Ältester Teilnehmer war mit 93 Jahren Stefan Müller aus Memmingen, gefolgt von Adelbert Diepolder ebenfalls aus Memmingen (88 Jahre) und Josef Schuster (86 Jahre) aus Mussenhausen.

Die weiteste Anreise hatten Norbert Richter aus Augsburg (70 Kilometer), Camell Wittiger aus Hörmannshofen (60 Kilometer) und Ingrid und Franz Schmid aus Willishausen (56 Kilometer).

Teilnehmende Vereine wurden nach einem Punktesystem bewertet. Angerechnet wurden die gefahrenen Kilometern und die Teilnehmerzahl. Auf die vorderen Plätze schafften es die Radlergruppe aus Zusmarshausen, die Fischacher Radlergruppe und der ADFC Kreisverband Memmingen-Unterallgäu.

Beim Unterallgäuer Radlertag wurden auch wieder Radler prämiert. In der Mannschaftswertung hatte die Radlergruppe aus Zusmarshausen die höchste Punktzahl. Foto: Tobias Klöck/Landratsamt Unterallgäu

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16.8.2019 Allgäu. Gemeinsames Schreiben an Umweltminister.

„Dadurch dass das Umweltministerium seit Jahren die Augen vor dem krassen Missverhältnis zwischen Aufgabenfülle und Personal unserer Veterinärämter verschließt, nimmt es billigend in Kauf, dass Verstöße gegen das Tierschutzgesetz möglicherweise nicht sofort aufgedeckt und in vollem Umfang erkannt werden. Darüber hinaus verletzt es seine gegenüber den Mitarbeitern in den Veterinärämtern bestehende Fürsorgepflicht. Wir machen uns große Sorgen und bitten darum, dass unsere Forderungen nach mehr Personal von Seiten des Ministeriums endlich ernst genommen werden.“ Mit diesem dringenden Appell haben sich die vier Allgäuer Landräte Hans-Joachim Weirather (Unterallgäu), Maria Rita Zinnecker (Ostallgäu), Anton Klotz (Oberallgäu) und Elmar Stegmann (Landkreis Lindau) jetzt in einem gemeinsamen Schreiben an den bayerischen Umweltminister Thorsten Glauber gewandt.

In dem sechsseitigen Brief stellen die vier Landräte die jahrelangen Bemühungen um eine angemessene Personalausstattung der Veterinärämter dar und fordern nochmals „dringend und unverzüglich“ Verstärkung. „Tatsache ist – und da gibt es nichts zu beschönigen – dass unsere Veterinärämter hinsichtlich ihrer personellen Ausstattung vom Umweltministerium seit Jahren kläglich im Stich gelassen werden“, heißt es darin.

Die Mitarbeiter seien teilweise an „der Grenze ihrer Belastbarkeit angelangt“. „Die Bemühungen um eine Verstärkung waren intensiv und die prekäre Situation wurde gegenüber dem Umweltministerium stets genauso drastisch beschrieben, wie sie sich darstellt.“ Um dem Umweltminister zu verdeutlichen, wie eindeutig die Hilferufe – gerade aus dem Unterallgäu – waren, zitieren die Landräte in ihrem Brief auch aus mehreren früheren Schreiben an das Umweltministerium:

„…In diesem Zusammenhang sei auch darauf hingewiesen, dass bei einer defizitären Personalausstattung ggf. ein Organisationsversagen vorliegen wird.“

„Ihr Haus wurde in der Vergangenheit wiederholt darauf aufmerksam gemacht, dass die hiesige Veterinärabteilung unter einer gravierenden personellen Unterbesetzung leidet und deswegen schon lange nicht mehr all die Aufgaben erfüllen kann, die im Laufe der Jahre angehäuft wurden. […] Ich bitte Sie wirklich eindringlich Ihrer Verantwortung für das amtstierärztliche Personal nicht länger aus dem Weg zu gehen.“

„Das Missverhältnis von Personal zu Aufgaben hat hier ein Maß angenommen, bei dem man im Falle von Versäumnissen nach unserem Dafürhalten regelmäßig von einem Organisationsverschulden ausgehen muss. Bitte sorgen Sie dafür, dass in der Frage der Personalbemessung objektive und nachvollziehbare Verteilungsschlüssel über ganz Bayern zur Anwendung kommen.“

„Angesichts des krassen Missverhältnisses zwischen Aufgabenmenge und vorhandenen Personalressourcen wird es meinen Amtstierärzten faktisch unmöglich gemacht, eine Garantenfunktion zu erfüllen.“

„Da eine Abhilfe nicht einmal in weiter Ferne absehbar ist, will ich hiermit explizit darauf hinweisen, dass diese Mitteilung erneut als eine Überlastungsanzeige zu verstehen ist und dass trotz allem Bemühen, immer das gerade Wichtigste zu erledigen, weder ich noch meine Mitarbeiter eine Verantwortung dafür übernehmen können, wenn aus der geschilderten Situation sich irgendwelche konkreten, insbesondere auch öffentlichkeitswirksame Folgen ergeben sollten.“

All die Rufe, dass in den Allgäuer und auch den schwäbischen Landkreisen dringend weitere Amtstierärzte benötigt werden, seien jedoch ungehört verhallt. Der Freistaat Bayern habe vielmehr auf andere Weise reagiert, so die Landräte: „Statt zusätzlichem Personal wurden den Veterinärämtern über all die Jahre hinweg zusätzliche neue Aufgaben übertragen.“ Sollte dies gewünscht sein, bieten die Landräte dem Umweltminister auch an, Vorschläge zu machen, wie „aufgeblähte bürokratische Vorgaben auf ein erträgliches Maß“ reduziert werden könnten.

Dass immer dann, wenn etwas vermeintlich schief laufe, „eine neue Behörde beziehungsweise neue Kontrollstrukturen“ eingerichtet würden, sei hingegen nicht die Lösung. Der Freistaat Bayern befinde sich hier „auf einem Holzweg“. Von wirklicher Entlastung für die Veterinärämter könne durch die Bayerische Kontrollbehörde für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (KBLV) keine Rede sein – dies zeigten auch die bisherigen Erfahrungen.

Die voraussichtlich geringen Auswirkungen der geplanten Ausweitung der Aufgaben der KBLV erläutern die Landräte am Beispiel des Unterallgäus: Von über 1500 Rinderhaltern im Unterallgäu wäre die KBLV künftig voraussichtlich für vier Betriebe zuständig, in denen rund vier bis fünf Prozent der Rinder im Landkreis gehalten würden. „Wir brauchen – davon sind wir überzeugt – keine neuen Behörden oder zentralisierte Zuständigkeiten, wir brauchen vielmehr eine solide personelle Ausstattung der Veterinärämter“, so die vier Landräte.

„Unsere Mitarbeiter setzen täglich alles daran, um im Sinne der Verbraucher, der Landwirte und des Tierwohls ihren Aufgaben gerecht zu werden – bis an die Grenzen ihrer Möglichkeiten und teilweise darüber hinaus. Um die Fülle an Aufgaben, so wie es im Sinne des Tier- und Verbraucherschutzes richtig und angemessen wäre, erfüllen zu können, benötigen wir in den einzelnen Landratsämtern nun aber dringend und unverzüglich die schon so lange geforderten Verstärkungen.“

Davon abgesehen wehren sich die Allgäuer Landräte entschieden dagegen, dass die Allgäuer Landwirte „unter Generalverdacht“ gestellt würden. „Sie haben es verdient, dass ihnen für ihre gewissenhafte und verantwortungsbewusste Arbeit ein Grundvertrauen entgegengebracht wird.“ Leidtragende der aktuellen Diskussionen seien „die vielen landwirtschaftlichen Betriebe, die seit Generationen mit viel Herzblut, Sachverstand und Tierliebe geführt werden“.